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  • Felix Dahlmanns

Zitrusfrüchte bei Neurodermitis - Fluch oder Segen?

Nicht selten hört man, dass Neurodermitiker mit dem Verzehr von Zitrusfrüchten vorsichtig sein sollten.

Gut oder böse - was steckt dahinter?

Orangen, Grapefruits und vor allem die etwas “stärkeren” Zitronen scheinen bei verschiedenen Patienten den ein oder anderen Schub der Neurodermitis hervorgerufen zu haben. Im Rahmen der Hautdiät wird das regelmäßige Trinken von Zitronenwasser jedoch - aus gutem Grund - empfohlen. Wie wir diesem potenziellen Dilemma nun begegnen können, wollen wir uns in diesem Artikel anschauen.


Zuallererst muss man bedenken, dass man nicht pauschal sagen kann, dass Zitrusfrüchte schlecht für die Neurodermitis sind. Einige Menschen mit Neurodermitis vertragen das Zitronenwasser gut und es hilft ihnen, bei anderen hingegen kommt es zu Reaktionen, die durch die Zitrusfrüchte bedingt sein sollen. Dabei stehen drei Fragen im Raum:


1. Ob es sich bei den Reaktionen auf die Zitrusfrüchte nicht eventuell um sehr starke Entgiftungsreaktionen handelt, welche grundsätzlich gerne und in verschiedener Stärke im Rahmen einer Genesung auftreten können? Und ob diese im Verlauf einer richtig ausgeführten Hautdiät dann nicht auch wieder abklingen - trotz des oder sogar gerade durch das regelmäßige Trinken von Zitronenwasser?


2. Ob das Problem nicht bei den Zitrusfrüchten, sondern vielmehr an einem kranken bzw. gestörten Körper liegt.


3. Ob Zitrusfrüchte überhaupt der “Bösewicht” sind und sich nicht vielleicht einfach das Essen der letzten drei Tagen gerade bemerkbar macht.


Frage 1) beantworten können wohl nur diejenigen, die tatsächlich stark reagieren und sich trotz dessen dazu entscheiden, weiterhin Zitronenwasser zu trinken. Ob jemand diese Variante des "Durchbrechens" ausprobieren möchte, bleibt jedem natürlich selbst überlassen. Wie immer, gilt auch hier komplette Eigenverantwortung. Was eventuell abmildernd wirken könnte, wäre eine Teelöffelspitze handelsübliches Natron zu jeweils einem Liter Zitronenwasser hinzuzufügen (nicht mehr als einen halben Teelöffel pro Liter!). Dies neutralisiert die Säuren und könnte somit einen anderen Effekt auf den Körper haben als die reine Zitrone.


Frage 2) kann man sich eventuell selbst beantworten. Hat man schon immer auf Zitrusfrüchte schlecht reagiert, oder ist dies erst seit dem Auftreten oder sogar nur bei einem aktuellen Schub der Neurodermitis der Fall? Hat man früher Zitrusfrüchte ganz normal vertragen liegt es nahe, dass das Problem eher bei einem aus der Bahn geratenen Körper liegt - weniger an der Frucht.


Frage 3) hat auch eine Berechtigung. Nur weil man irgendwo mal gehört hat, dass Zitrusfrüchte bei Neurodermitis nicht gut seien, heißt das noch lange nicht, dass dies pauschal mit “Ja” zu beantworten ist. Wie gesagt - viele Neurodermitiker haben keinerlei Probleme mit Zitronenwasser und Co. - bekanntestes Beispiel dafür ist Laura, besser bekannt unter dem Namen Lustesser bei Instagram. Laura trinkt ebenfalls regelmäßig das Zitronenwasser und empfiehlt es dabei erfolgreich weiter.

Zudem muss bedacht werden: Wer sich vielleicht tagelang so ernährt, wie es für den Zustand der Haut nicht gerade hilfreich ist und dazu oder danach einige Zitrusfrüchte konsumiert, dann eine Reaktion der Haut erhält und die Schuld dafür anschließend nur den Zitrusfrüchten in die Schuhe schiebt, der sollte dies vielleicht noch einmal überdenken...


Was ist nun zu tun? Grundsätzlich empfehle ich jedem, der neu in Sachen Zitronenwasser und Hautdiät ist, es unbedingt auszuprobieren - vor allem unbefangen ohne den Hintergedanken, dass das Zitronenwasser bei ihnen alles verschlimmern wird. Denn das ist, wie bereits gesagt, bei vielen einfach nicht der Fall.

Grundsätzlich sollte man sich bei dem Trinken des Zitronenwassers in Sachen Dosierung und Menge immer langsam herantasten. Also einfach probeweise einen Tag mit einem Liter Wasser plus dem Saft einer halben Zitrone starten und dazu 2-3 weitere Liter normales Wasser trinken. Dann zwei Tage lang 2 Liter Zitronenwasser + 1-2 Liter normales Wasser usw. Nach einigen Tagen kann man dann die Dosis auf den Saft einer ganzen Zitrone pro 1,5 Liter Wasser erhöhen und davon insgesamt 3 Liter trinken, bis man ankommt bei 1 Liter Wasser mit dem Saft einer ganzen Zitrone - davon idealerweise 3-4 Liter pro Tag. Eventuell auftretende Probleme an den Zähnen können durch die Zugabe der Teelöffelspitze Natron vermieden werden.


Wer merkt, dass ihm das Zitronenwasser tatsächlich nicht gut bekommt und dass starke Schübe auftreten, kann alternativ nur Wasser mit der Teelöffelspitze Natron trinken, um dem Körper weiterhin basisch wirkendes Wasser zu geben. Außerdem können (und sollten generell) regelmäßig frische kaltgepresste Säfte aus Gemüse und Obst verzehrt werden - beispielsweise Gurke-Apfel (2 Gurken, 3 rote Äpfel), der nicht nur extrem gut schmeckt, sondern auch dem Körper unheimlich guttut. Mit der Flüssigkeit aus Obst und Gemüse kann man enorm gut den Flüssigkeitshaushalt des Körpers decken und aufbauen.


In dem Sinne, cheers und alles Gute für die Haut!


Felix


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